Es sind 13 Uhr 05, ich habe schon über 1000 Kalorien verbraucht. Das ist er also nun, der Tag, an dem sich alles verändern soll. Der Tag, der mein Schlanksein, ewige Schönheit und Fitness einläutet. Ich schiebe mir einen weiteren Löffel Rahmjoghurt Stracciatella mit Brombeeren (Obst!) hinein, lecker, köstlich gar und finde ich tippe so arglos drauflos, als würde ich über jemand völlig anderen schreiben. Aber hallo. Aufwachen. Es geht ja um mich.
Startgewicht: exakt 110 Kilo. Gratulation.
Heutiges Gewicht: ergo 110 Kilo
Zielgewicht: 75 Kilo
Laune: unbedarft fröhlich
Gähn. Da schreibt die schon wieder einen Abnehmblog. Hat die keine anderen Themen? Hobbies? Interessen? Gedanken? Doch, habe ich schon, aber dieses Thema ist wirklich ein zentrales. Ich WILL abnehmen. Ich MUSS abnehmen. Aber der richtige Durchbruch wie anno 2009 (ich verlor knapp 25 Kilo mit den Weight Watchers und pendelte mich bei wohlgefühlten 90 Kilo ein bis ich schwanger wurde) will mir nicht mehr gelingen.
Im letzten Jahr bekam ich mein 2. Kind, 5 Minuten vor der Geburt hatte ich die 130-Kilo-Marke geknackt. Nach dem Wochenbett waren es noch 122 kg, und mit den Weight Watchers, mal akribisch, mal fahrlässig, schaffte ich es bis auf die heutigen 110 kg.
Toll gemacht könnte man ja erst einmal meinen. Ja, gut ist dies auch in jedem Fall. Nur...dies ist exakt das Gewicht, mit dem ich 2009 in die große Abnahme startete. Ich habe bereits knapp anderthalb Jahre weightwatchiges Rumgegurke hinter mir. Und muss nun weitermachen. Was denkbar frustig ist.
Mein Weight Watchers Abo habe ich vor zwei Wochen gekündigt. Zeitmäßig ist es unsagbar knapp, dazu kommt, dass ich seit ein paar Wochen 2-3 Mal in der Woche zum Sport gehe (aka 30 Minuten Zirkeltraining bei Mrs. Sporty). Das tut mir gut, ich mache es weiter. Nur das Ernährungskonzept muss überarbeitet werden.
Seit ich das Buch "Fettlogik überwinden" von Dr. Nadja Herrman gelesen habe, grübele ich. Über Punkte zählen, Mythen, eigene Selbstbetrugsmechanismen und den ganzen rauf-runter-rauf-runter Wahnsinn, der mich seit meinem 15 Lebensjahr verfolgt.
Es kann so einfach sein. Kalorien zählen. Mehr raus als rein, sprich weniger essen als verbrauchen. Dann geht es gewichtstechnisch nach unten. Geht gar nicht anders.
Also los.
Ich habe schon ein paar Testtage hinter mir und starte heute das konsequente Zählen mit dem Ziel herauszufinden, was mir wirklich gut tut, womit ich dauerhaft leben kann und, selbstredend, im Sommer 2018 mit Zielgewicht durch den Garten hüpfen kann.
Denn, wenn ich ehrlich bin: Ich mag mich nicht mehr so. Ich bin zu schwer. Ich fühle mich auch so. Rückenschmerzen. Die Jeans kneift. Die heißgeliebten Klamotten passen immer noch nicht und schlummern seit dem 5. Schwangerschaftsmonat meines ersten Kindes in einer Kiste und warten auf ihr Revival was nicht kommen will. Weil ich lieber abends 10 Bountys essen will, statt mich in meinem Lieblingsjeansrock und T-Shirt in L großartig zu fühlen.
Der Mrs. Sporty Fitnesstest vor etwa 4 Wochen bestätigte mir meine Google-Ergebnisse: Ich habe einen Grundumsatz von 1900 kcal. Meinen Leistungsumsatz kann ich gar nicht genau bestimmen, bin ich ja derzeit mit Kind in Elternzeit daheim und nicht permanent auf Achse - aber auch nicht permanent auf der Couch.
Da weniger, deutlich weniger rein soll als raus starte ich nun heute das Experiment, mit 1500 kcal täglich auszukommen.
Sportkalorien dürfen, müssen aber nicht verbraucht werden - da möchte ich schauen, was mein Körper mir sagt.
Da ich viel abnehmen möchte muss ich auch länger durchhalten - also muss es auch noch halbwegs Spaß machen bzw sich nicht wie Bestrafung anfühlen.
Fazit des Tages: Ich fange einfach mal an. Wieder einmal. Ein hoffentlich letztes Mal.
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